BlutungsErleben

BlutungsErleben

“Mit Menstruation leben” und “Menstruation lieben”

 Eine Reise von hier nach da. 

Mandy war die erste Frau (außer mir), für die ich ein Blutbild malen durfte. Das war für uns beide ein bedeutendes Ereignis. 
Sie hat nach diesem gemeinsamen Prozess Worte gesucht und gefunden um auszudrücken, was sich davor, währenddessen und danach in ihr bewegte. Ich bin dankbar, dass sie dieses Erleben nicht nur mit mir teilt, sondern auch mit dir. 


“Ich möchte heute etwas sehr persönliches zum (Er)Leben mit meiner Blutung teilen.
Einfach weil dadurch so viel angestoßen wurde in meinem Leben, sich so viel verändert hat und ich zudem auch noch berührenden Kontakt mit wunderbaren Menschen erfahren durfte und darf. Für mich einfach nur magisch…

Eine sehr lange Zeit, ja fast mein gesamtes bisheriges Leben, kümmerte ich mich nicht um meine Menstruation, ja ich empfand sie sogar immer als Belastung, eklig und einfach nur nervig. Ständige heftige Schmerzen führten schon während der Schulzeit dazu, dass ich nach Hause geschickt wurde und jemand mich begleiten musste, um meinen Ranzen zu tragen, denn ich konnte vor Schmerzen nicht mehr aufrecht gehen.

Selbst als das Wunder des Lebens in mir Einzug hielt wusste ich nicht zu schätzen, dass dies einzig und allein durch diesen immer wiederkehrenden Zyklus der Menstruation überhaupt erst möglich war. Die gesamte Schwangerschaft war ich froh keine Blutung mehr zu haben. Endlich frei und leicht. Und als ich dann mitbekam, dass diese während der Stillzeit ebenfalls ausblieb war ich überglücklich. Zog sich somit dieser wunderbare Zustand noch länger hin.
Ich durfte drei wunderbaren Kindern das Leben ermöglichen und jedesmal, wenn die Stillzeit ihr Ende fand, kam die Blutung mit einer immensen Wucht und Heftigkeit zurück. So als ob sie mir sagen wollte: hey, ich bin immer noch da und ich ziehe hier wieder ein, ob es dir nun passt oder nicht.
Jedes zurückhalten oder nicht haben wollen meinerseits fütterte ihre Intensität.

Und so arrangierte ich mich mehr oder weniger mit dem Umstand der Menstruation und war froh, wenn sie mir und meinem Leben nicht total in die Quere kam mit Schmerzen oder zu Zeitpunkten wo ich sie gar nicht gebrauchen konnte.
Doch die Blutung ließ es sich nicht vorschreiben und kam immer wieder ungebeten. Ich erinnere mich daran, als ich den Mann meines Herzens wieder traf und wir uns für das Wochenende verabredeten und zwei Sunden vor dem Treffen die Blutung einsetze. Heute würde ich sagen wissentlich zu meinem Schutz, da ich mich durch meine Traumata nicht oder nur schwer abgrenzen konnte und mich oft sehr schnell in verschiedenen Arten von Beziehung wiederfand, oder besser gesagt mich hineinwarf ohne meine Grenzen zu wahren, die ich absolut nicht spüren konnte. So „arbeitete“ meine Menstruation mein ganzes Leben für mich, doch das konnte ich damals nicht sehen.
Wie eine Welle, tauchte sie auf, immer wieder, mal seicht, mal mit Wucht, mal früher, mal später.

Bis zum letzten Jahr.

Durchgeschüttelt von Ereignissen nahm ich zur Kenntnis, dass nicht nur mein Leben sondern auch meine Menstruation aus den Fugen geraten war. Sie kam, dann kam sie nicht, oder nur 2 Tage oder auch gefühlt ewig. Dann blieb sie aus, ein Monat, zwei Monate… und nein, ich war nicht schwanger.

Und dann war der Moment gekommen. Ich erschrak. Sollte ich mit 44 bereits in den Wechseljahren sein und würde ich nun nie wieder eine Blutung erleben dürfen? Nein. Und plötzlich fiel es mir wie RiesenSchuppen von den Augen.

Warum sollte diese Blutung, die ich 35 Jahre lang einfach nur scheiße fand, verachtete und beschimpfte auch noch einen Tag länger zu mir kommen?

Ich begriff, dass ich allein dafür verantwortlich war, dass ich sie einfach nicht zu schätzen wusste, ja „weggehasst“ hatte.

Und nur das Leben weiß, wie alles zusammenspielt. Denn zwei/ drei Tage nach dieser Erkenntnis sah ich ein Video von der wunderbaren Angelina Hentschel, in dem sie eine Heilmeditation anleitete, um bestimmte körperliche Symptome zu heilen. Da ich dabei aber immer einschlief schrieb ich Angelina an. Wir tauschten uns ein bisschen aus und ich war auch sehr unsicher und dachte sie lacht mich aus, wenn ich sie frage ob wir meine Menstruation „wiederbeleben“ können. Doch es war magisch und noch in der selben Nacht machten wir gemeinsam eine Reise auf Quantenebene und sie leitete mich an, mich in mir selbst zu suchen und mich mit mir zu verbinden. Diese Reise ist tief in meinem Herzen und wenn ich mich daran zurück erinnere wird mir warm und wohlig und ich bin zutiefst dankbar.
Schon einen Tag später empfing ich meine Blutung, ja ich empfing sie freudig, staunend, dankbar und überwältigt davon, zu was ich als Schöpfer im Stande war. Ich begriff zum ersten Mal was ich vorher nur gelesen hatte und von dem mein tiefstes Inneres wusste, dass es die Wahrheit ist – dass ich Alles kann, dass ich selbst die Kraft in mir habe. Schöpferkraft. Es war der Wahnsinn und es änderte meine Einstellung komplett. Ich war überglücklich, dass ich meine Blutung zurück hatte und seit diesem Zeitpunkt liebe ich sie an jedem einzelnen Tag.

Ich erkannte immer mehr welches Geschenk diese Blutung war und dass dieser Zyklus – neben dem Wunder des neuen Lebens – einen so tiefen Sinn hatte. Immer öfter kam der Wunsch auf, meiner Blutung nun, da ich sie liebte, zu huldigen. Und als er stark genug war kam der passende Impuls und ich erinnerte mich an das Blutbild was die großartige Susanne von sich gepostet hatte. Und da war es um mich geschehen. Und obwohl ich Angst hatte, dass sie das gar nicht so gemeint hat, dass sie mit fremden Blut malt und ich auch selbst Berührungsangst verspürte, musste ich sie anschreiben. Den Versuch war es wert. Und was daraus entstand hätte niemand je voraussagen können und hätte ich mir nie vorstellen können.

Eine wundervolle berührende Reise begann  

“Zunächst ein so vorsichtiges Herantasten, Erspüren und Austauschen über das Vorhaben.
Dabei fühlte jede für sich was wichtig ist und was möglich.
Das ausloten von Grenzen und Möglichkeiten, so liebevoll und achtsam, dass schon dieser Austausch allein mich sosehr berührte.
Einmal reichte mein Blut nicht aus und so liessen wir uns im nächsten Monat überraschen. Immer im Kontakt begleiteten wir uns – unseren Impulsen folgend.
„Das Wollen“ liessen wir ziehen und übergaben uns den Wellen, dem Fluss des Lebens.

Und dann war es soweit.
Wir haben uns getroffen
uns in die Augen geschaut
gefühlt….
Wir verbrachten einige Stunden gemeinsam, in denen ich Susanne auch mein Blut übergab.
Es „machte“ einiges mit mir.

Ich schrieb Susanne einige Tage später:

„Seitdem ich dir das Blut überreicht habe ist es irgendwie anders in mir. Du hast den Teil, den ich selbst lange furchtbar fand mit so viel Liebe angenommen. Das macht so viel mit mir.
Ich muss gestehen, immer wieder fragt mich mein Verstand, ob es denn nicht riecht beim Malen, das Blut..?
Und ich spüre wieder dieses ungeliebte Gefühl Zuviel zu sein. So wie es sich durch meine ganze Kindheit zog, wohl schon im Mutterleib gespürt… Doch es scheint, als habe auch ich mich damit annehmen können.
Dein liebevoller Umgang mit meinem Blut/ mit dem Teil von mir lässt mich heilen.
Das ist so wunderbar, tief in mir beruhigt sich etwas… Ich staune und fühle und weine Tränen der Freude.“

Musik, die Susanne beim Malen umspielte, war auch ein Teil des Prozesses. Ich fand den Link in meinen Nachrichten und:

„Ich habe heute Nacht über Kopfhörer ganz nah deine Playlist gehört.
Etwas in mir war so berührt.
Ich lag einfach da und ließ es geschehen.
Und dann irgendwann fühlte ich mich einfach nur glücklich.
Grenzenlos glücklich und weit.
Und die Tränen der Freude, der Berührtheit liefen mir über die Wangen.
Ich muss weinen während ich das schreibe.
Es war so wunderwunderschön.“

Die Erinnerung an diesen zauberschönen Zustand werde ich für immer in meinem Herzen tragen und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.

Susanne meldete sich dann einige Tage später:

„Ich danke dir so von Herzen für deine Nachricht!
Ich habe sie ganz tief aufgenommen und sie jetzt die Tage mit mir im Herzen getragen.
Es berührt mich, zu erfahren wie dieser Prozess für dich spürbar ist. Danke, dass du so offen mit mir bist und wir dieses Geschenk zusammen auspacken, entdecken und erfahren dürfen.
Ich habe sehr ähnlich empfunden, als ich mein Blutbild gemalt habe. Das hat mich soooo berührt und im innersten bewegt, das ist wirklich ein Zauber.
Ich bin so dankbar, dass du dich dafür geöffnet hast. Durch dich verstehe ich, warum ich das scheinbar machen soll, wie ich damit dienen kann.
Ich brauchte jetzt auch die Zeit nach deiner wundervollen Nachricht um das tief in mich einsinken zu lassen.
Heute möchte ich mit dir teilen.
Ich gebe dir Bilder vom Malprozess um dich teilhaben zu lassen, was hier auf dieser Seite passierte.
Ich zündete eine selbstgemachte Ritualkerze an (die ich dafür auch schon mit in Leipzig hatte), ich pflückte eine Blüte und legte sie mit Mondsteinmurmeln zu deinem Blut und zündete ein Stück Paolo Santo an.
Ein stiller Moment der Demut und Dankbarkeit. Ich öffnete die Playlist und begab mich auf Wunderreise.“


Die Fotos zu sehen, zu spüren wie behutsam Susanne mit meinem Blut umgegangen war (diesem Blut, dass ich einst so hasste), brachte nochmal so viel in meinem Inneren in Bewegung. Vor allem, da ich genau das – diesen liebevollen Umgang – ja bereits in mir gefühlt hatte und nun sah ich die vor Tagen entstandenen Fotos mit meinem Blut…

Wir sind sosehr mit allem verbunden.
Und wenn jeder von uns nur auf sein Gefühl achtet und danach handelt, geschieht alles so wie es am besten für jeden von uns selbst, aber auch für uns alle als verwobene Teile des Ganzen sein soll.
Das Leben macht keine Fehler.
Das durfte ich hier ganz deutlich noch einmal in mich aufnehmen.
Tief in mir hat sich etwas verändert, die Beziehung zu mir selbst, mein mich annehmen, meine Liebe. ❤️



Dieser ganze Prozess war und ist einfach magisch. Und dabei lag soviel noch vor mir. Bisher hatte ich „meine Augen“, wie Susanne sie malte, nicht gesehen. Und das liess auch noch einige Zeit auf sich warten.
In mir wurde klar, ich wollte keine Fotos.
Ich wollte das Original.
Und so neugierig ich war, sosehr wusste ES wohl tief in mir, dass es dieses Bild im Original braucht.

Mit einem lieben Menschen kamen die Bilder, Susanne hatte ihrem Fluss folgend zwei Bilder entstehen lassen, nach Leipzig. Ich hatte also die verpackten Bilder und dann konnte ich sie einfach nicht öffnen.
Ich war (noch) nicht bereit. Und so vergingen die Tage…
Doch ich wusste, mein Herz kennt den „richtigen“ Zeitpunkt.

Schon Wochen vorher kamen immer wieder Themen zu mir, die angeschaut werden wollten.
Ich hatte das Freye Spiel für mich entdeckt und probierte mich aus.
Dann traf mich ein V i d e o  von Pierre wie der Schlag und die Lawine setzte sich unaufhaltsam in Gang.
Die Worte hatte ich bereits auf der wunderschönen Webseite “Ich gebe dir mein Wort.” gelesen und ich war tief berührt. Doch das Video setzte Sturzbäche an Tränen und noch viel mehr in Bewegung.
Da war sie die Stimme, die ich nie hatte…

FelicitasFreyes Spielen unterstützte mich so weise, Punktgenau und intuitiv aus der Ferne, dass ich mir in UrThemen, die mich mein ganzes Leben schmerzhaft begleitet hatten, sosehr Erleichterung verschaffen durfte, dass ich es jetzt manchmal noch nicht glauben kann…. So dankbar dafür, Felicitas.
Dies alles begleitete meine intensive Blutreise.

Als ich mein Päckchen öffnete, schlug mein Herz laut.
Ich war so aufgeregt nun mein Blut mit mir auf dem Papier zu sehen. Ich hatte vorher schon einige Augenbilder von Susanne in ihren Posts gesehen und diese hatte ich dabei immer so im Hinterkopf.
Als ich mein Bild in den Händen hielt, versetzte es mir einen Stich.
Ich erschrak.
Tränen schossen mir in die Augen.
Diese Augen, die mich da anschauten, waren alles andere als lieblich.
Sie zeigten all das Leiden, all den Schmerz und die Trauer, die ich in mir trug schon mein ganzes Leben.
So so krass. So tief diese Augen dort auf der Leinwand. Wow.
Die Art wie Susanne diese Augen aufs Papier brachte war so tief berührend und aussergewöhnlich.
Diese meine Augen transportierten ALLES was in mir war.
Schön waren sie auf eine Art, doch so wie ich sie sah zeigten sie ungeschönt all meinen Schmerz…

Das verrückte war, dass es diese Gefühlszustände in meinem Inneren, so wie ich sie zu Beginn der „Reise“ wahrnahm, nun nicht mehr gab.
Als ich also die Bilder sah, hatte sich mein inneres Erleben sehr verändert und es fühlte sich so viel leichter und freier an. Ich blickte mit anderen Augen in diese Welt.

Und dann sah ich dieses Bild. Und auf einmal wurde mir klar, wie sehr all dieser Schmerz in meinem Körpersystem festhing, wie sehr er immer da war. So stark. Und mein ganzes Gefühlsleben sosehr davon dominiert war.
Nun konnte ich mich in den Arm nehmen und mir selbst Verständnis entgegenbringen für so vieles was durch mich selbst in meinem Leben geschehen war und Liebe geben, mich einfach halten.
Ich konnte mich selbst ein grosses Stück mehr annehmen, mit all dem was da schon mein ganzes Leben in mir war.
Das war wunderschön. Es waren magische Momente, immer wieder.

Und ebenso verrückt ist, dass die Vorlage für diese Augen ein absolut freudvolles Foto von mir war. Ich realisierte, dass dieser Schmerz nicht versteckbar war. Dass er sich über meine Augen ausdrückte. Und dass er immer dagewesen ist, egal ob ich traurig war oder lachte.

Der darauffolgende Austausch mit Susanne war so behutsam und wieder so berührend, unbeschreiblich.
Sie hatte diese Augen gemalt, hatte all den Schmerz aufs Papier gebracht.
Und ich erschrak über das Ergebnis, weil die Erwartungen sich eingeschlichen hatten.
Es gab Momente in denen Susanne unsicher war, ob sie mir dieses abgebildete Augenpaar überhaupt zumuten möchte.
Und es gab Momente in denen ich nicht sicher war, ob ich ihr all diesen Schmerz, den ich beim betrachten durchlebte überhaupt zumuten kann.
Dabei hatte Susanne ja bereits alles gesehen, erspürt, war tief eingetaucht.” 






Für so viel Offenheit und Anvertrauen kann ich Mandy nur dankbar sein. 
In diesem Fall war es einfach so, dass ich spürte, dass ich zwei Bilder zu malen hatte um die Botschaft zu übermitteln, die ich nicht kannte. Ein Augenbild und ein Portrait. Ich bin selbst bewegt davon, welche Diffenzen dadurch sichtbar und spürbar wurden und wie durch diesen Spalt ein warmer Lichtschein eintrat. 

Die Erfahrungen der Frauen für die ich bisher ein Blutbild malen durfte sind so unterschiedlich wie die Frauen selbst. Nicht immer geht es um tiefliegende Schmerzen, aber immer geht es um innere Anteile, die gesehen werden wollen. Dafür bin ich hier, auch für Dich. 



1 thought on “BlutungsErleben”

  • Wow.
    Ich verneige mich ehrfürchtig vor unseren Seelen,
    vor dir und vor mir…
    Wenn ich das hier lese durchlebe ich alles erneut.
    Als ob es gestern wäre.
    Susanne, du warme, weise Seele, ich danke dir tief aus dem Inneren meines Herzens für diese unsere Reise. So viel ist geschehen…
    Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen und gleichzeitig wie eine Ewigkeit her…
    Dabei jährt sich die Magie gerade und letztes Jahr waren wir mitten im Prozess.
    Danke, dass du das tust was du tust und mir damit ein Stück meiner selbst zurückgeschenkt hast. Du bist wunderbar

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